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Lokale Agenda 21 in Thüringen Evaluationsmöglichkeiten anhand von Prozessindikatoren

Das Forschungsprogramm hatte vor allem zum Ziel, den Akteuren in den Kommunen eine Unterstützung in die Hand zu geben, damit der Aufbau möglichst wirkungsvoller Strukturen zügig und effektiv geschehen kann. Es waren schrittweise Prozessindikatoren zu entwickeln, die den Kommunen eine individuelle Eigenanalyse ihrer bisherigen Aktivitäten erlauben.

Seit einigen Jahren wird im Rahmen der Lokalen Agenda 21 in Wissenschaft und Praxis um Definition und Anwendung von Nachhaltigkeitsindikatoren gerungen. Diese Nachhaltigkeitsindikatoren sollen Informationen über den Entwicklungsstand der Bemühungen um nachhaltige Entwicklung geben. Nachhaltigkeitsindikatoren können kaum Informationen darüber geben, warum die Situation so ist wie sie ist. Gerade dieser Punkt aber ist es, der Betroffene in den Kommunen in der täglichen Praxis am meisten berührt: Wie kann die tägliche Arbeit bewertet, wie kann eine realistische Einschätzung der Stärken und Schwächen des lokalen Agenda Prozesses erlangt werden?

Als „Lokale Agenda 21 Prozess“ wurden alle Planungs-, Strukturierungs- und Handlungsmaßnahmen verstanden, welche die Arbeit an der Lokalen Agenda 21 beeinflussen.Es wurde dabei die Systematisierung, wie sie von ICLEI im Rahmen eines Forschungsvorhabens für das Bundesumweltministerium vorgenommen wurde zu Grunde gelegt. Dieses Konzept beschreibt, wie die Lokale Agenda 21 in den Kommunen umgesetzt werden sollte und beschreibt dabei drei Teile: den inhaltlichen Gegenstand der Lokalen Agenda 21, also deren Ziele, einen konkreten „Ablaufplan“ mit einzelnen Schritten, welche die Kommunen realisieren sollen und die Verfahrenskultur zur Erreichung der oben genannten Ziele. Die Forschungsschwerpunkte des Projektes waren hingegen der Ablaufplan und die Verfahrenskultur der Lokalen Agenda 21. Diese finden sich im sogenannten „Agenda - Haus“ wieder, welches sich aus tragenden Säulen (den Prozessschritten bzw. dem „Ablaufplan“) und einem Dach (den überspannenden, prozessbegleitenden Einflüssen bzw. der Verfahrenskultur) zusammensetzt.

Indikatoren - also auch die hier zu entwickelnden - müssen stets einen Bezug zu einem Sollwert, einer Zielfunktion aufweisen. Vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Diskussion sowie aus der Arbeit mit den Aktiven in den Kommunen, Vertretern der Agenda Büros, im wissenschaftlichen Begleitkreis sowie nach der Auswertung der eingegangenen Fragebögen und Nachrecherchen im durchgeführten Workshop, konnten daher sechs solche Bereiche identifiziert und eingegrenzt werden.

Diese "Zielfelder" charakterisieren die Art und Weise, auf die ein Prozess gestaltet werden sollte, damit er erfolgreich ablaufen kann. Ein Lokaler Agenda 21 Prozess sollte strukturiert, zielorientiert, partizipatorisch, selbsttragend, ergebnisorientiert und überschaubar sein. Diese Eigenschaften wurden für die Organisation und Gestaltung der Lokalen Agenda 21 als wesentlich und charakteristisch betrachtet. In Abbildung 3 sind die genannten Zielfelder dargestellt und mit vertiefenden Inhalten hinterlegt, die im Anschluss separat dargestellt und beschrieben werden.

Hinsichtlich der Zielsetzung der Lokalen Agenda 21 Prozesse hat die Untersuchung gezeigt, dass viele Kommunen die Nachhaltigkeitsprinzipien der Agenda 21 explizit zum Ausgangspunkt oder zur Messlatte ihrer Arbeit erklären, dass bei zahlreichen Gemeinden aber häufig die Umsetzung konkreter Projekte ohne definierte übergeordnete Zielsetzung den Fokus der täglichen Arbeit bildet.

Ein solch starker Projektbezug ist sicherlich für die Transparenz des Prozesses und die Motivation der Beteiligten unerlässlich, ohne eine erkennbare Zielorientierung drohen aber die Prozesse in Beliebigkeit oder gar in "Aktionismus" abzugleiten. Unabhängig von den gewählten Organisationsformen werden als die wichtigsten Hauptprobleme die personelle Absicherung und finanzielle Ausstattung der Kommunen für die Lokale Agenda 21 gesehen.

Download des Forschungsberichtes (pdf/ 1.8 mb)

Projektleitung:
M. Gather

Projektbearbeitung:
J. Flaig
M. Creutzer

Laufzeit:
Nov. 1999 - Aug. 2000

Projekttyp:
Forschungsvorhaben

Thematik:
Umweltverträglichkeit und Umweltwirkung

Methoden:
Kooperative Planungsansätze

Auftraggeber:
TMLNU

 

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